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Pascha, siehe unten auf díeser Seite, kam im Sommer 04 zur Armee. Nach 2 Wochen wurde er wegen einer Sportverletzung am Knie in ein Armeekrankenhaus eingewiesen. Dort wurde er etwa 1/2 Jahr lang behandelt. Nun ist er wieder "diensttauglich", hat aber nach meinen Informationen noch lange mit Schwierigkeiten zu rechnen.

So sieht das Bad im November 04 aus

Das ganz saubere Letzte vom 18.3.

10. 3. 04 Andrej, mein Nachbar in Köllmisch Damerau schickt dies Fot und schreibt dazu:  (das ist eine Computer-Übersetzung):   In 5 Tagen wird das Badezimmer in Ordnung. (sein)

Es blieb übrig, die Kachel auf den Fußboden zu machen, die Fenster und die Türen anzustreichen.

Später mache ich die Tür im Korridor.

bald ist das Bad fertigDas Badezimmer wird sehr klein, denn früher war hier mal die Speisekammer. Aber es wird hier sauberes Wasser geben, heiß und kalt und.............eine richtige Toilette. Nur noch,  -...........wenn

Wasserstelle in Diwnoe............. - die Wasserversorgung streikt, wenn die Leute vom Dorf bei uns am Brunnen mit Eimern und Kanistern Wasser holen und wenn auch die Wasservorräte im Wohnmobil verbraucht sein sollten, dann  -   naja so ähnlich

1.04
Diese Nachricht wurde als e-mail aus Krasnij Jar geschickt, sie muß im Netz oder auch im Schneegestöber verloren gegangen sein, nun bin ich wieder zuhause und schicke von hier aus den Bericht noch einmal. Die Gelegenheit nutze ich, ein Bild anzuhängen, das ich später in Paschas Wohnung aufnehmen konnte, nachdem die auch dort zwischenzeitlich verordnete Quarantäne (Hepatitis) wieder aufgehoben war.


Pascha, Schuster und Freund20.1.04
Seit einer Woche bin ich wieder in Krasnij Jar/ Parnehnen in Ostpreußen. Z.Zt. sind wir nahezu eingeschneit. In den umliegenden Dörfern sind viele Menschen krank und hungrig, im Kinderheim ist Quarantäne wegen Hepatitis, ein Säugling ist gestorben, - das Haus einer mir bekannten Familie ist abgebrannt, es gibt nicht viel Schönes zu berichten. Darum will ich von Pascha erzählen.

Pascha stammt aus einer kinderreichen Familie. Mit 9 Jahren sah er während eines Sommerlagers einen Mann Schuhe reparieren. Wieder zuhause ließ er sich von seinem Vater ein Werkzeug anfertigen - ähnlich einer an der Spitze scharf geschliffenen Häkelnadel - und seitdem flickt er damit der Schuhe der großen Familie.

Im Sommer 02 verlebte er in Hoyerhagen die Ferien und erhielt bei drei Schustern in Syke, Bruchhausen und Bassum eine Schnellausbildung. (Die Zeitungen berichteten damals darüber.) Als Geschenk erhielt er von einem seiner „Lehrherren“ eine Schusternähmaschine und inzwischen bekam er noch eine andere Spezialmaschine. Nun repariert er für das halbe Dorf Schuhe gegen geringe Bezahlung und für arme Leute und zwei Kinderheime kostenlos - gegen ein Honorar aus der „Parnehnen-Hilfe“. Dafür stehen ihm allerdings nur die Wochenenden zur Verfügung, da er außerhalb eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker macht. Im November hatten wir die Idee,  Pascha solle versuchen, den Jungen vom hiesigen Kinderheim sein Handwerk zu zeigen und mit 2-3 Jungen einen Kursus abhalten. Auch die Direktorin des Heims war damit einverstanden, da eines der unzähligen Probleme immer noch die Schuhe sind.

Nun berichtete mir Pascha: im Lauf der letzten Wochen kommen 5 – 9 Jungen regelmäßig, hocken in seinem kleinen Arbeitsraum zusammen und nähen teilweise selbst ihre Fußbekleidung oder beobachten gespannt Paschas Künste an der Maschine. Pascha führt eine Anwesenheitsliste und zeigte mir stolz die Kreuzchen hinter den Namen der Kinder, seine Eltern bestätigten freudestrahlend den Bericht.

Sein Vater ergänzte stolz, Pascha habe sogar für jeden Jungen ein Arbeitsgerät  angefertigt, - eben jene scharfe Häkelnadel, wie früher Pascha von seinem Vater bekam. Und jedes Werkzeug hat er mit dem Namen des Besitzers versehen.

Im Kinderheim erfuhr ich, dass die Jungen inzwischen schon die Schuhe der kleinen Kinder bearbeiten und den Erwachsenen auch ihre Dienste anbieten. Demnächst werden aus einem 40 km entfernten Kinderheim die Schuhe geholt, denn dort ist der alte Dorfschuster gestorben, ohne vorher einen Nachfolger anzulernen.  

Es gibt auch schöne Geschichten zu erzählen aus Parnehnen.

  

Pascha und seine Schusterlehrlinge vom Kinderheim5.1.04
Diese Nachricht wurde als e-mail aus Krasnij Jar geschickt, sie muß im Netz oder auch im Schneegestöber verloren gegangen sein, nun bin ich wieder zuhause und schicke von hier aus den Bericht noch einmal. Die Gelegenheit nutze ich, ein Bild anzuhängen, das ich später in Paschas Wohnung aufnehmen konnte, nachdem die auch dort zwischenzeitlich verordnete Quarantäne (Hepatitis) wieder aufgehoben war.

20.1.04
Seit einer Woche bin ich wieder in Krasnij Jar/ Parnehnen in Ostpreußen. Z.Zt. sind wir nahezu eingeschneit. In den umliegenden Dörfern sind viele Menschen krank und hungrig, im Kinderheim ist Quarantäne wegen Hepatitis, ein Säugling ist gestorben, - das Haus einer mir bekannten Familie ist abgebrannt, es gibt nicht viel Schönes zu berichten. Darum will ich von Pascha erzählen.

Pascha stammt aus einer kinderreichen Familie. Mit 9 Jahren sah er während eines Sommerlagers einen Mann Schuhe reparieren. Wieder zuhause ließ er sich von seinem Vater ein Werkzeug anfertigen - ähnlich einer an der Spitze scharf geschliffenen Häkelnadel - und seitdem flickt er damit der Schuhe der großen Familie.

Im Sommer 02 verlebte er in Hoyerhagen die Ferien und erhielt bei drei Schustern in Syke, Bruchhausen und Bassum eine Schnellausbildung. (Die Zeitungen berichteten damals darüber.) Als Geschenk erhielt er von einem seiner „Lehrherren“ eine Schusternähmaschine und inzwischen bekam er noch eine andere Spezialmaschine. Nun repariert er für das halbe Dorf Schuhe gegen geringe Bezahlung und für arme Leute und zwei Kinderheime kostenlos - gegen ein Honorar aus der „Parnehnen-Hilfe“. Dafür stehen ihm allerdings nur die Wochenenden zur Verfügung, da er außerhalb eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker macht. Im November hatten wir die Idee,  Pascha solle versuchen, den Jungen vom hiesigen Kinderheim sein Handwerk zu zeigen und mit 2-3 Jungen einen Kursus abhalten. Auch die Direktorin des Heims war damit einverstanden, da eines der unzähligen Probleme immer noch die Schuhe sind.

Nun berichtete mir Pascha: im Lauf der letzten Wochen kommen 5 – 9 Jungen regelmäßig, hocken in seinem kleinen Arbeitsraum zusammen und nähen teilweise selbst ihre Fußbekleidung oder beobachten gespannt Paschas Künste an der Maschine. Pascha führt eine Anwesenheitsliste und zeigte mir stolz die Kreuzchen hinter den Namen der Kinder, seine Eltern bestätigten freudestrahlend den Bericht.

Sein Vater ergänzte stolz, Pascha habe sogar für jeden Jungen ein Arbeitsgerät  angefertigt, - eben jene scharfe Häkelnadel, wie früher Pascha von seinem Vater bekam. Und jedes Werkzeug hat er mit dem Namen des Besitzers versehen.

Im Kinderheim erfuhr ich, dass die Jungen inzwischen schon die Schuhe der kleinen Kinder bearbeiten und den Erwachsenen auch ihre Dienste anbieten. Demnächst werden aus einem 40 km entfernten Kinderheim die Schuhe geholt, denn dort ist der alte Dorfschuster gestorben, ohne vorher einen Nachfolger anzulernen.  

Es gibt auch schöne Geschichten zu erzählen aus Parnehnen.

  

3.2. 04   Nach der Novemberreise war ich so deprimiert,daß ich nichts zu berichten wußte. Ich werde das in den nächsten Tagen nachholen und auch über die Neuigkeiten, Ereignisse und Aktivitäten vor -Während und nach der Januar-Fahrt nach Parnehnen/Krasnij Jar und Köllmisch Damerau/Olchowka erzählen


Allen Lesern ein "Frohes Fest und guten Rutsch"!
Bei uns laufen die Vorbereitungen für die nächste Reise mit warmen Kinderstiefeln, viel Wolle für Mützen und Socken.

20.11. Zurück aus Ostpreußen mit einer Erkältung und sovielen Erlebnissen, dass ich keinen Anfang finde. Dieses Bild zeigt den kurzen Winterbeginn, der aber nur zwei Tage lang einen Besuch machte.  Die Ringelblumen und die anderen Schätze im Kräutergarten vor unserem Haus sind unbeschädigt, ich konnte noch einige Kräuter ernten und auf dem Kachelofen trocknen. Die ersten Nachbarn probierten Salbei gegen Zahn- und Halsschmerzen.

3.10.03 Immer öfter habe ich ein Problem, meine Nachrichten ins Netz zu schicken. Der aufmerksame Leser hat festgestellt, daß ich immer noch in Deutschland bin; aber mit Glück geht es morgen los. Ich weiß noch nicht, was der Zoll von meinem Gepäck halten wird. Evtl. muß ich an der Grenze bei meiner hilfsbereiten Freundin Irena ausladen (auf der polnischen Seite in Bezledy) und mehrmals hin und zurückfahren (mit der einem Jahresvisum geht das) oder Zoll bezahlen.

Also bitte Daumen drücken, in ca. 3 Wochen bin ich zurück mit neuen Nachrichten und hoffentlich vielen Bildern. Tschüß 

28.9. 03 der Ersatz-Computer tuts, zwar nicht immer, aber immer öfter.

Klaus schleppt gerade keine Kisten sondern löst andere Probleme27. 9. 03 Klaus, mein Mann hilft wie immer kurz vor der Abfahrt, das Wohnmobil fit zu machen  und das Gepäck gut zu verstauen. Nachbarn bringen Kleidung, Spielzeug und Schultornister, fragen nach dem Abfahrtstermin und wünschen Glück für die Reise. Mitfahren möchte niemand.

26. 9. 03

In den vergangenen Tagen wurden Kisten aus dem Stall und dem Keller auf den Hof unter den wasserdichten Pavillon geschleppt, sortiert und umgepackt. Mike und Klaus reinigten den Stall und brachten die neu verpackte Sommerkleidung dort unter und einiges anderes, das erst bei der nächsten Reise mitfahren soll. Der provisorische Abstellplatz ist inzwischen weitgehend geräumt (bevor die Regenzeit einsetzt). Befreundete Russlandfahrer haben Post und Arbeitsaufträge abgeliefert für ihre Freunde oder Projekte in Ostpreußen
Von Silke sind die angekündigten Hörgeräte angekommen und einige höchst kompliziert anmutende Geräte für Schwerhörige. An Silke herzlichen Dank, ich schreibe sicher eine Fortsetzung, wenn die Geräte im Kreis Tapiau/Gwardejsk, (dem früheren Kreis Wehlau zu dem Parnehnen gehört) ihre zukünftigen Besitzer gefunden haben. Eine Nachbarin, die frühere Handarbeitslehrerin der Dorfschule, bringt wie schon früher, etwa 30 Paar gestrickte Babyschuhe.

Heike bringt lauter schöne Sachen und einen Herbstblumenstrauß, von dem ich auf der 1. Seite eine Sonnenblume an alle Helfer weiterreiche.

Auch 20.9.03 Von Mike haben wir heute zum 2. Mal eine Busladung voll mit Spenden für die nächste Fahrt abgeholt. Mike wird einige Tage hier sein, um beim Packen zu helfen.

Thomas (er ist schon 4mal mitgefahren nach Brjansk und Parnehnen) hat für heute seine Hilfe zugesagt, um von Freunden aus dem Landkreis eine Ladung Bettwäsche, Gardinen, Wolle u.s.w. abzuholen.

Der Schwiegersohn Klaus Z. hat versprochen, wieder 2 - 3 gespendete Computer mit Zubehör (Tastatur, Maus, Monitor und evtl. Drucker zu testen und fit zu machen. 1 Computer braucht der Tierarzt, 1 bekommt die Schule, falls Marina X wirklich, wie versprochen, nach Abschluß ihrer Zusatz-Ausbildung die Schüler unterrichtet, und ich hätte auch gern einen für unser "Hauptquartier" falls die 3 Andrejs einen Internet-Anschluß dort auf die Beine stellen: Dolmetscher-Andrej, Computer-Andrej und Nachbar-Andrej, der einen Telefon-und  Internet-Nebenanschluß an sein Telefon ermöglichen will.



20.9.03 3mal sind inzwischen der Computer und die Neuigkeiten zusammen abgestürzt. Wahrscheinlich kennt Ihr das. Darum: kurz gefaßt: Die Nachrichten aus Krasnij Jar :

Gestern wollte der Kreistierarzt seine Vortragsreihe über "Tiergesundheit" fortsetzen. Diese Informationen helfen den Dorfbewohnern von Parnehnen, die z.T. aus Großstädten oder anderen Gebieten Rußlands zugezogen sind, ihre Kühe, Schweine und Hühner gesund zu erhalten und die lebensnotwendigen Erzeugnisse wie Milch, Fleisch und Eier zur Verfügung zu haben.

Pascha bei seiner Kurzausbildung  in DeutschlandNina, X. vom Internat bittet um Hilfe: Die Schuhe der Kinder müssen dringend repariert werden. Pascha Konkin, unser Schusterjunge in Krasnij Jar/Parnehnen hat die 30 bezahlten Reparaturen ausgeführt. (Das Problem wurde per email gelöst: Pascha wird reparieren, verrechnet wird später)

Die Kühlschränke der Schul- und Internatsküche funktionieren nicht. Dolmetscher-Andrej hat aus der Parnehnen-Hilfe Reserve die Reparatur eines Kühlschranks bezahlt. Die Rest-Reparatur soll über 100 Dollar betragen. (? Administration?)

"Sweta Sintschenko kommt am Wochenende aus Sowjetsk/Tilsit.  Das Mädchen sowie die 8 Schüler der 1.Klasse brauchen Winterkleidung."

(Ein großer Teil ist schon verpackt, aber nicht genug, denn der Zoll macht Probleme, wenn ich zuviel bringe; und einige Dorfkinder brauchen auch dringend Winterkleidung und  Schulausrüstung.

Olga..... informiert über eine gewisse Galina W.(Tuberkulösekranke). Zitat :"Dank Deiner Hilfe hat die Dame im Februar Einspritzungen bekommen. Es geht ihr jetzt so gut, daß sie nicht nur sich bewegt sondern auch Pilze in der Nähe sammelt. Die Kur verlangt aber neue
Einspritzungen ( zweimal im Jahr), das heißt 30 Gaben. Jede Gabe kostet
167,-Rbl." (Wechselkurs ca. 1Euro =33 Rubel. also pro Halbjahr: 167x 30 : 33 = etwa 150 Euro pro Halbjahr)
Galina W. dankt nach Ausssagen von Olga täglich Bog (Gott) für Lebensmittel und Medikamente und bittet um langes Leben für ihre Sponsoren) Das beschämt und verpflichtet.Zu langem Leben und Lebensmitteln.

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19.9. 03 Seit Tagen wird sortiert, gepackt, gestapelt für die nächste Fahrt.

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16.9.03  Post aus Krasnij Jar (früher Parnehnen)

Здравствуйте Инга!

Прошу прощения за медленный ответ.Была сильная гроза, Никого не было дома, молния повредила модем.Сейчас всё нормально.

Endlich meldet sich wieder "Computer-Andrej", der Blitz Hatte das Modem zerstört.

Er schickt computerübersetzte Nachrichten der Schuldirektorin:

  Sehr geehrte Frau Инга! (Inga) Grosse Danke Ihnen für die Hilfe in der Erledigung Светы Зинченко (Sweta). Sie hat gehandelt. Alle Prüfungen hat gut auf "4" abgegeben Jetzt lebt in Советске (Sowjetsk/Tilsit)Ernährt sich auf Kosten von Ihrer Hilfe..  in die Lehranstalt.

Das bedeutet Jenias (Foto unten unter 14.9.) ,Schwester Sweta, von der ich schon an verschiedenen Stellen erzählt habe, hat in Tilsit, ca 80 Km entfernt ihre Aufnahmeprüfung mit "gut" bestanden. (5 wäre in Deutschland 1=sehr gut) Nun lernt sie "Tanz und Choreografie" um später in der Kulturarbeit mit jungen Leuten dieses Fach zu unterrichten. Sie lebt im Wohnheim mit 3 anderen Mädchen in einem Zimmer, sie müssen sich selbst verpflegen. Die Eltern sind nicht auffindbar, die Schule hat kein Geld für solche Fälle. Sweta hat über Dolmetscher-Andrej Ballettschuhe bekommen und wahrscheinlich hat er doch noch etwas vom Geld der Parnehnen-Hilfe dazu getan, damit sie nicht verhungert.

Sweta muß also als 6. junger Mensch in das Patenschafts-Programm für Studenten aufgenommen werden. Das sind bisher 25,- Euro im Monat. Kann jemand helfen? 

Dies ist die 2. Nachricht von Computer-Andrej:

  Der Rechner für Нетепин (Sascha Netepin ist der Kreitierarzt, der einen alten Computer bekommen hatte) hat das Problem. Der Prozessor P25T arbeitet mit der Mutterleiterplatte sehr schlecht.Bei der Taktfrequenz 80 Hertz, arbeitet er wie 386.Mit dem Programm für die Buchhaltung wird er nicht arbeiten .

Sascha Netepin bekommt also im Oktober einen besseren Computer für seine Tierpatienten-Verwaltung.

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14.9.1:55

Mike hat seinen Kopf durchgesetzt: Mein Pflegesohn, der schon 3x mit mir in Krasnij Jar/Parnehnen war, hat in seiner Kirchengemeinde seine Reise-Erlebebnisse vorgetragen. Ich glaube, vorher haben die Leute gedacht:"na, lassen wir ihn doch mal gewähren!"

Heute gab es dort Kaffee und Kuchen (teilweise von Mike gebacken), Leute kamen aufgrund der von Mike initierten Zeitungsartikel und seiner Handzettelaktion, und auch Gemeindemitglieder waren dort zum Helfen und Zuhören. Ich durfte Bilder beisteuern (mit geliehenem Beamer vorgeführt), und unsere Pflegetochter Jessica, (die auch schon eine Reise miterlebt hat) und ich durften auch etwas berichten. Es war richtig gut, mit einer angeregten Diskussion und einigen Scheinen in der von Mike angebotenen Spendendose. Einige Leute hatten gleich Hilfsgüter mitgebracht, z.B. mehrere Inhalliergeräte. Alles andere sortiert Mike für mich vor, und ich bekomme es portionsweise. Mikes Gemeindmitglieder sahen ihn danach mit völlig anderen Augen an und mich auch. Ich glaube, sie hatten immer Angst, daß Mike mit mir unter die Heiden gerät. Nun wissen sie es besser, und Mike ist (zu Recht) mächtig stolz auf uns.

14.9.1:49 

Mein Freund Jenia (rechts) hat die Situation richtig erkannt und die Gelegenheit ergriffen:

Er hat meinen Dolmetscher-Andrej
(vorgestern) gesehen, ihn angesprochen,
die Kamera erspäht und
gebeten,  ein Bild von ihm und seinen
 Freunden zu knipsen und mit Grüßen
 an Inga zu senden. Jenia und seine
Schwester Sweta sind die
beiden Kinder, die den von uns
 finanzierten Computer-
Unterricht genutzt haben.
 Toll! Und Dank an Jenia.
.

Die Geschichte von Jenia und Sweta ist hier zu lesenEs tut sich was und  auf dieser

Seite unten

Und noch was Schönes, Allerletztes:  Schriftwechsel per mail  nach einem Aufruf auf der Seite für Gehörlose 

"....................ich habe noch alte Hörgeräte rumliegen. Wenn Interesse besteht, bitte melden
Sie sich bei mir.

Mit freundlichen Grüßen
Silke ..................."

> Hallo, Silke > es ist toll, daß Sie sich bei mir melden. Sicher haben Sie über
> www.gehoerlose.de
> von meinen Aktionen in Rußland erfahren?
> Ich fahre Ende September wieder nach Ostpreußen und weiß, das Hörgeräte
> große Freude und Glück bedeuten für jemanden, der dort sonst keine "2.
> Ohren" bekommen könnte. Also kurz gesagt: her damit!
> Ich freue mich jetzt schon, von der Freude des oder der Empfänger kann ich
> bei Interesse später berichten. Falls irgendwelche Kosten entstehen, die
> ich übernehmen kann, bitte ich um Information.
>
>  Meine Postadresse lautet:
>
> Inge Zibell
> Auf der Heide 18
> 27318 Hoyerhagen
>
> Mit freundlichen Grüßen
>  Inge Zibell

Hallo Frau Zibell,
danke für die Mail, war überrascht über die schnelle Antwort.
Ja, ich schaue regelmäßig in www.gehörlose.de rein, da ich selbst
schwerhörig bin,mein Mann ist gehörlos. Wir beide tragen seit dem 3.
Lebensjahr Hörgeräte. Daher haben wir einige Geräte schon vor einigen Jahren
nach Afrika gespendet. Dies ist schon wieder einige Zeit her, daher haben
wir inzwischen wieder 3-4 Paar Hörgeräte übrig. Seit letzter Woche trage ich
meine Neuen. Daher freue ich mich helfen zu können, da die Geräte noch in
Ordnung sind. Ich werde die Pakete heute nach Feierabend fertig machen und
dann losschicken. Den Versand werde ich schon verkraften. Ich wünsche Ihnen
noch viel Erfolg und das sie noch viele andere Menschen glücklich machen.
Lieben Gruß Silke

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Brandneu am 11.9.03 Dieser Brief kam gestern von Dima, dem Sohn von "Dolmetscher-Andrej"

Dima weiß noch nicht recht, was er später machen möchte. Vielleicht will er Informatik studieren.
Auf jeden Fall spricht er schon beachtlich gut Deutsch und hat mir auch schon im Sommer bei dem Besuch im djetzki Dom (Kinderheim) von Tamara als Dolmetscher geholfen. Tamara, die eine ganz tolle, herzliche, und mütterliche Heimleiterin ist, arbeitet mit ca 30 Kindern in  Mauern.  


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Mein Provider hatte Probleme, daher konnten seit ca 10 Tagen  keine Neuigkeiten  mehr "durchsickern" bezw.sind versackt. Viel verlorene Zeit und viele Stunden   bezahlen für Internet-Kosten, die für die Katz waren. Abert die Neuigkeiten werden nachgereicht

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Es gibt doch tatsächlich noch was neu Letztes:

Jakob, genannt Jascha ist der ältere Sohn von meinen Nachbarn Andrej und Sweta, also dem Bauern, der etliche 100 Schafe hat, jeden Donnerstag und Sonnabend sein kleines "business" startet (das ist eine andere Geschichte, die es wert ist, bei Gelegenheit erzählt zu werden und dann taucht hier ein Link auf.) Also zurück: Jascha hat auch seine Aufnahmeprüfung bestanden; am 1.September beginnt er sein landwirtschaftliches Studium in Kaliningrad. Die Familie Rjabow hat uns das mitteilen lassen, damit wir an ihrem Glück beteiligt sind. Wir gratulieren also, stimmt`s? Vielleicht sind die Nachbarn inzwischen schon im Internet und stöbern gerade auf dieser Seit; aber oh Ärger. sie können´s nicht lesen, sondern finden sich nur auf einigen Bildern wieder. Darum schreibe ich auch an Jascha einen tollen Brief, den er von Andrej´s Sohn Dima übersetzt bekommen wird. Hoffe ich!

Übrigens suche ich echt gute Bauern, die Jascha für die nächsten Sommer - Ferien (Juni, Juli, August einen Praktikumsplatz anbieten, möglichst in Hoyerhagen oder ganz nah dran. Jascha, seinen Vater (links) und seinen jüngeren (2. von rechts) Bruder sieht man bei unserer Abschiedsfeier ganz unten auf dieser Seite.


Letzte Neuigkeiten am 25.8.2003 die Vorgeschichte kann man lesen unter "Sweta", wenn der folgende Link angeklickt wird. Es tut sich was

1. Beide Mädchen haben Prüfungen gut abgelegt und werden bald studieren:
Sweta - Sowetsk (Choreographie), Jana - Snamensk (Verkäuferin).Die Beiden
werden vom Internatpädagogen  beaufsichtigt und unterstützt. Die
Prüfungperiode hat Luba Lach finanziert ( Deine 1000,-Rbl). Ich habe die
entsprechende 50,- Euro am 20.08 abgegeben um der Mädchen bei
Studiumvorbereitungen zu helfen (Kleidung, Essen, Schreibwaren, Wohnmiete
usw.)
(Nachricht von Dolmetscher - Andrej)

Nachtrag zum Allerletzten am 23.8.03 Auszug aus der heutigen e-mail von Dolmetscher - Andrej:      die Vorgeschichte ist zu lesen bei: Das allerletzte vom 19. 8.03   und Kühe, Schafe, Schwein und Pferd  auf dieser Seite

Arznei gegen Bremsen ist rechtzeitig gekauft, verteilt und verwendet
worden. 3900,-Rbl. habe ich bezahlt. Die Tierhalter freuen sich über die
reale  Hilfe und danken Dir ganz herzlich. (Nachricht von Dolmetscher - Andrej)

Das allerletzte vom 19. 8.03

Der Tierarzt, Sascha Netepin bittet dringend um Finanzierung eines Medikaments, das den Kühen Ruhe vor den etwa 5 cm großen Fliegen oder Bremsen verschaffen soll. Für das gesamte Rindvieh im Dorf braucht der Veterinär Medikament für etwa 3000,- Rubel, also nicht ganz 100,- Euro. Dolmetscher - Andrej kann dieses Geld auslegen und später mit mir verrechnen. 

Bei meinem Besuch im Juni/Juli konnte ich erleben, wie die Kühe schon gegen 10 Uhr morgens versuchten, im Galopp ihre Ställe zu erreichen und Zuflucht zu finden vor großen Schwärmen der beißenden Biester. Von diesen Bissen können die Kühe nach Information von Bauer Andrej krank werden oder sogar eingehen. Auf jeden Fall haben die Kühe kaum Gelegenheit zum Fressen, und die Milchleistung geht rapide zurück.

Ich will versuchen, bei zukünftig entstehenden Kosten für Kühe deren Besitzer zu verpflichten, die Kosten in Form von Naturalien an bedürftige Familien zurück zu geben.

Das "Neue Letzte" vom 12.8.03

Wir haben eine kleine Schusterwerkstatt geschenkt bekommen.Die Spenderin stammt aus Ostpreußen, das kann ich inzwischen schon am Telefon hören, sie kommt aus der Gegend östlich von Parnehnen.  Eine Schuster-Nähmaschine, eine sogenannte "Doppler-Maschine" und eine einfache Presse haben wir schon in Marklohe abgeholt. Eine alte, zerlegbare Ausputz-Maschine und Werkzeug können wir noch abholen. (Ich suche eine Transport-Möglichkeit.)                Einige der Maschinen wird Pascha in unserem "Hauptquartier" oder zuhause benutzen können. Wenn er interessiert ist, wird er im Tausch dafür kostenlos Schuhe für das Kinderheim oder bedürftige Familien reparieren, wie wir das schon früher praktiziert haben.

Während seines Aufenthalts im Kinderheim Zibell besuchte Pascha auch das "Wehlauer Museum" und zeigte sich sehr aufgeschlossen für die Geschichte der Kreisstadt Gwardejsk/Tapiau und seines Dorfs Krasnij Jar/ Parnehnen. Bilder vom Schloss Parnehnen und den ehemaligen Arbeitern betrachtete er interessiert und entziffert mit unserer Hilfe die Texte, das große Gemälde über die Flucht stimmte ihn nachdenklich und traurig. 


Hier wohnt Aloscha.         Aloscha heißen nicht nur die beiden kessen Jungen, sondern auch der Bewohner des Hauses vom Polizisten, so wird es hier von manchen Leuten noch genannt. Dieser Aloscha ist etwa 40 Jahre alt und müht sich mit seiner Lebensgefährtin Alla zusammen, den kleinen Hof, die etwa 10 Kühe und Kälber und vielleicht 30 Schafe zu versorgen. Er treibt sie per Fahrrad nachhause, und auch der Spaziergang mit dem riesigen Hund Baks wird per Fahrrad erledigt.






Bitte schreibt mir an: Inge Zibell
E-Mail-Adresse(n):
 ingaz@t-online.de 
oder ins Gästebuch?


Das "Letzte"   ist diese e-Mail von unserem Dolmetscher Andrej. Die Informationen beziehen sich auf den Bericht: Kühe, Schafe, Schwein und Pferd (siehe unten auf   dieser Seite)


 Liebe Inge und Klaus!
                   Es geht uns allen gut, die Zeit vergeht recht schnell.
Letzte Dekade hat sich etwas im Rahmen unserer Initiativen verwirklicht, und
zwar:
A. Netepin hat die nötige Menge von Arzneien gekauft. Das kostete 10770,-Rbl
(Kurs 1,-Euro-34,30 Rbl). Das Mittel wird von Wanda verteilt. Tiere nehmen
die Pillen mit Futter ein, man braucht, also keine Fachkenntnisse dabei.
Behandelt gegen Lungenparasiten werden alle Tiere exklusive alte Kühen die
daran nicht leiden und darum nicht anstecken sowie nicht angesteckt werden
können.
                    Landwirtschaftliche Zeitschrift, Zeitung für Bibliothek
und die Zeitung für die alte Oma sind abonniert worden. Die Quittungen sowie
 Netepins Quittung sind bei mir.
                                                                                                         

Das „Vorletzte“

Vom 12. Juni bis zum 3. Juli wohnten Mike Stelter und ich, Inge Zibell in Olchowka, dem früheren Köllmisch – Damerau. Natürlich wie immer im Wohnmobil, das schon bei der Abreise recht voll war. Je mehr wir jedoch von den mitgebrachten Schätzen verteilten, umso voller wurde es im Auto durch die erforderliche Packerei. Aber diesmal stand das rollende Haus nicht,  wie sonst immer bei Swetas Med. Punkt sondern in        Olchowka, Silonaja 5A, also in Köllmisch – Damerau, Grüne Straße.
Die im April angemietete Wohnung im früheren Bischoffschen Haus wurde weiter aufgeräumt und renoviert. (Nach einer Rückfrage soll erwähnt werden, daß die Kosten für die Renovierung dank der Hilfe der Nachbarn 
1. sehr gering sind und
2. nicht aus Spendenmitteln finanziert werden)
 Diese Wohnung soll als Hauptquartier für die Parnehnen – Aktivitäten und als Urlaubswohnung für deutsche Gäste genutzt werden und besteht aus Küche, 2 Zimmern und demnächst einem kleinen Bad.


    Einen großen Teil unserer Zeit verbrachten Mike und ich also mit unseren „Arbeitskollegen“ auf der Baustelle, wir durften Fenster und Türen schleifen und streichen, den alten Küchenschrank restaurieren, alle Klamotten und Möbel in den mitgebrachten Pavillon vor der Haustür schleppen und gründlich reinigen. Aber die richtig handfesten Arbeiten wollten die Russen lieber ohne deutsche Gastarbeiter erledigen, - und das war auch gut so.

Kola  ist ein kleines, hutzliges Männlein, dessen Gesicht man die überlebten Katastrophen ansieht. Aber er schleppt Schränke, ackert von morgens bis zur Dunkelheit (im Sommer) und kann singen wie einer von den Don Kosaken. Und hat immer gute Laune.



Andrejs Mutter, Großmutter Wera kommandierte uns schon am 1. Tag in den Garten, um unter ihrer Aufsicht und mit ihrer Hilfe die für uns gezogenen Blumen in ordentliche Reihen zu pflanzen. Dabei hatte ich mehrmals Sorgen, ob sich wohl Mike und Babka Wera wegen ihrer unterschiedlichen Überzeugungen betreffend der Gartenarbeit prügeln würden.

Kräutergarten                                                                                                          Nach einigen Tagen gelang es Mike und mir, als Babka nicht guckte, ein rundes Kräuterbeet mit Steinen und einem Hobelspäne-bestreuten Weg unter dem Apfelbaum anzulegen. Den haben viele Nachbarn und auch Wera gebührend bewundert. Danach ließ Wera uns selbständig arbeiten

 Kräuter,                          z .T. aus dem Garten von unserer Freundin Nadja Gussewa aus Friedland/Prawdinsk, aber auch aus der von uns initiierten Heilkräutersammlung im Garten von Swetas Gesundheitsstation sollen im Kräutergarten in der Grünen Straße angebaut, vermehrt und später verteilt werden. Zeitgleich werden Vorträge, Interessengruppen und praktische Übungen mit Dorfbewohnern fortgesetzt, da Bedarf an hilfreichen, aber billigen Heilmitteln besteht.Natürlich besuchten wir auch alte Bekannte. Mehrmals hielten wir uns im Kinderheim auf, wo allerdings wegen der Ferien nur die Kinder lebten, deren Angehörige auf keinen Fall ihre Kinder auch nur für kurze Zeit bei sich haben sollen oder die, wie im Fall der Geschwister Sweta und Jenia nicht auffindbar sind. Sweta ist nun 15 und hat die Schule beendet. Eigentlich möchte die Schul- und Internatsleitung beide Kinder zu den Eltern entlassen, weil sie sehr schwierig sind und sich sowohl im Heim als auch der Schule nicht wunschgemäß verhalten. Diese, für alles Neue interessierten Kinder mit schneller Auffassungsgabe sind meine speziellen Freunde. Solange die Polizei den Aufenthalt der Eltern nicht ermittelt hat, bleiben die Kinder im Heim, über Swetas weitere Ausbildung herrscht Unklarheit und  Uneinigkeit. Es fehlen auch die Mittel, um für Sweta und ein anderes Mädchen die Fahrkarten für die Aufnahmeprüfung an einer Schule für die Ausbildung zur Pädagogin oder „Kulturarbeiterin“ zu finanzieren. Hierfür wurde Geld hinterlegt.

Mike und ich besuchten auch Walodja und Luba Lach, die 2 Jahre probeweise in Deutschland lebten und vor ½  Jahr ihr Haus und ihre Möbel zurückkauften und nun lieber wieder in Parnehnen wohnen. Walodja arbeitet wieder einige Stunden im Kinderheim; er baut und bastelt gern mit den Kindern. Dafür haben wir ihm einen großen Wunsch erfüllt: für sich und für eine Interessengruppe der Heimkinder schenkten wir ihm eine Drechselbank, die wesentlich an der Schieflage des Wohnmobils während der Reise schuldig war. Luba war früher Köchin in der Schule, nun führt sie das sogenannte Buffett, wo Lehrer und Kinder sich kleine Zwischenmahlzeiten und Getränke kaufen können. Für uns „füttert“ Luba 15 Kinder für ja 10 Rubel täglich. Das ist die Aktion „Brötchen für Parnehnen“ die eine anonyme Hoyerhäger Spenderin schon seit Jahrenfinanziert. Natürlich wurden wir wie immer von Luba zum „Tee“ eingeladen, der natürlich reichlich mit Blinis, „Kottlet“ (das sind Frikadellen) und Keksen, Marmelade und Eiern verziert war.

                                 


Kühe, Schafe, Schwein und Pferd
Ein großer Erfolg war der Vortrag des Tapiauer Tierarztes Alexander Netepin über Krankheiten und deren Behandlung bei Kühen, Schafen und anderen Haustieren. Da ich vor einem Jahr miterleben musste, dass bei Sweta vom Med. Punkt ein Kalb an Lungenwürmern einging und kurz danach auch die fast lebensnotwendige Milchkuh, hatten Bibliothek, Kulturhaus, die Starosta (Dorfälteste) und Med. Punkt in Zusammenarbeit mit Dolmetscher-Andrej diese Veranstaltung vorbereitet und dazu eingeladen.

Zu Anfang war alles etwas dröge und ungewohnt, doch Alexander lief langsam zu großer Form auf, und die Gäste machten begeistert Gebrauch von den verteilten Zetteln und Schreibgeräten.

Als ich gar eine kleine Prämie für die Zuhörer (Medikamente für die Viecher) in Aussicht stellte, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr, und alle waren sehr an einer Fortsetzung dieser Veranstaltung interessiert. Inzwischen erfuhr ich per e-mail von Dolmetscher Andrej, dass viele Leute, die den Vortrag verpasst hatten, sich furchtbar darüber ärgern.



Natürlich besuchten wir auch wieder einige lang bekannte Familien mit Wäsche für die kürzlich neu geborenen oder demnächst zu erwartenden Kinder, Paschas große Familie mit der versprochenen Nähmaschine für die große Tochter Lilia, Ritas Mutter mit den 8 Kindern, um Strickgarn für Rita und ihr Baby abzugeben und viele andere große und kleine Leute.

5 besonders begabte und bedürftige Kinder bekamen auf Bitte der Schule hin ein Paket mit Schulheften und gefüllter Federtasche, und die unter Mithilfe in Kaliningrad gekauften Grundnahrungsmittel wurden bei Familie Konkin zur weiteren Verteilung an ca. 15 Familien bezw. einzelne Personen abgeliefert. Konkins, sogenannte „Gläubige“ werden von allen Dorfleuten als zuverlässig und ehrlich akzeptiert und haben die Aufgabe des Verteilens in Zusammenarbeit mit Sweta, Med. Punkt übernommen.

Viel Freude hatten wir  bei der Übergabe des Hörgerätes
 aus Liebenau/Nienburg an meinen alten Freund „Deduschka“,
der mir gleich am 1. Tag zu unserer neuen Heimat gefolgt war, 
um mir sein verwaistes Ohr zu zeigen.






Gudrun Gehrs,
über e-mail und Telefon über
 diesen dringenden Fall noch
vor der Abreise nach Ostpreußen
 informiert, konnte ein
Super-Gerät auftreiben und
uns mitbringen. Deduschkas
Freude kann man hier
gut erkennen.



Hier muß er
erst mal tief
Luft holen,
sich verstohlen hinter den
dicken Brillen
gläsern eine Träne
abwischen
und dann schnell in seinem Garten
verschwinden


Nach etwa 10 Tagen in Olchowka gab´s noch eine unschöne Überraschung: als meine saubere Wäsche wegen der vielen Dreckarbeiten zur Neige ging, packte ich die Reserve über dem Wassertank aus. OH weh, da hatte ich nicht auf Klaus gehört, als er vor der Abreise gefragt hatte, ob der Wassertank auch richtig verschlossen sei. Er war nicht.Und nun war ein dickes Paket weißer und bunter Wäsche einschließlich der neuen, knallbunten Lederweste stockig, nass und noch knallbunter
Mein Nachbar Andrej vermittelte mir die Hilfe seiner Frau Sweta und ihrer Waschmaschine, zum Glück. Diese Sweta ist übrigens die 5. Sweta, mit der ich in Parnehnen zusammenarbeite, das führt zu lustigen Zwischenfällen.
Beispielsweise ließ ich von meinem Handy aus Dima, den Sohn von Dolmetscher-Andrej und seiner Frau Sweta seinen Vater anrufen, der ihn abholen sollte. Wir erwischten jedoch die Nummer von Andrej-Nachbar und seiner Frau Sweta. Es meldete sich Sweta und gab Auskunft, dass Andrej unterwegs sei. Nach dem Telefonat war Dima etwas verwirrt und fragte mich verwundert: „Das war aber gar nicht meine Ma?“ Erst als uns der falsche Andrej entgegenkam und inzwischen einen Anruf seiner Frau bekommen hatte, klärte sich alles auf. Er hatte tatsächlich seine Söhne abgeholt, aber die heißen zum Glück weder Sweta noch Andrej und auch nicht Dima.


!
Gegen Ende unseres Aufenthalts bereiteten Mike und ich ein kleines Abschiedsfest für unser fleißigen Helfer vor. In unserem teilrenovierten Wohnzimmer bauten wir einen der Tische vom Vorbesitzer und die Hocker, die in Dolmetscher-Andrej´s Werkstatt hergestellt wurden festlich auf und bewirteten Andrej, Wera, Sweta, die drei Arbeiter und beiden Söhne mit im Teig frittierten Holunder-Blüten (das wurde ein Renner) und mit Kräuter-Tee. Die Arbeiter bekamen als Dankeschön einen tollen Radiorekorder, die Damen auch was und Andrej meinen Akkubohrschrauber. Große Freude allerseits und der eine Walera machte tolle Musik mit seiner Quetsche, wozu Kola und Wera großartige russisch Balladen sangen.

Schließlich musste Andrej noch spät 2 Schafböcke für seinen Markttag schlachten, und die drei Arbeiter, die normalerweise nach wüsten Jahren auf Alkohol verzichten, mussten bei meinem anderen Nachbarn und seinen Helfern die gelungene Heuernte mitfeiern. Junge, die hatten am nächsten Tag eine tolle Fahne!