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Liebe Freunde und Helfer, liebe Sponsoren!  

Scheinbar sind nur wenige Tage vergangen, seit ich einen ähnlichen Brief schrieb. Doch inzwischen waren das Wohnmobil und ich viermal in Krasnij Jar/ Parnehnen in Ostpreußen – ein Jahr ist verstrichen.

Viele von Ihnen haben sich an der Hilfe für Parnehnen beteiligt: Schuhe und Wäsche gesammelt, Nachbarn und Freunde eingespannt auf der Suche nach Nähmaschinen, Wolle oder Computern. Andere haben sich an einer Reise beteiligt, Geld gespendet oder gesammelt, beim Sortieren und Packen geholfen, die Daumen gedrückt für eine gute Fahrt und glückliche Rückkehr oder die Computer und das Auto repariert und startklar gemacht.

Ihnen allen möchte ich dafür ganz herzlich danken, ich weiß, daß es nicht immer leicht ist, anderen Menschen Zeit und Geld zur Verfügung zu stellen, noch dazu, wenn die Empfänger der Hilfe unbekannte Menschen in weiter Entfernung sind, mit denen wir eigentlich nichts zu tun haben. Allerdings erinnern sich manche von uns noch, daß vor einiger (langer) Zeit wir Hilfe bekamen von unbekannten Menschen aus fernen Ländern.

Sie alle wissen, daß sich die Art und Form der Hilfe im Laufe der Jahre geändert hat. Während vor 10 Jahren bergeweise Kleidung, Medikamente und gar Lebensmittel nach Russland transportiert wurden, ist das nun nicht mehr in dem Maß erforderlich oder sinnvoll, auch durch die Zollbestimmungen nicht möglich und nur in geringem Umfang angebracht.

Die meisten Hilfsorganisationen haben inzwischen entweder aufgegeben oder sich mit Ihrer Hilfeleistung umgestellt. Sie bringen nicht mehr den viel zitierten Fisch für die Hungernden; und auch die Zeiten, zu denen man Angeln brachte, sind fast vorüber. Nun bringen wir nach Möglichkeit das Werkzeug und die Informationen für den Bau der Angeln, um bei dem Bild zu bleiben. Das bedeutet in der Praxis für Parnehnen, daß beispielsweise zwar Kinderschuhe (für bedürftige Familien und bis zu 4 Kinderheimen in der Umgebung) noch mitgenommen werden, aber wir in Kaliningrad /Königsberg schon Material zur Reparatur der Schuhe kaufen können und der Schusternachwuchs in Parnehnen ausgebildet wird. Auch Lebensmittel und Medikamente kosten dort einen Bruchteil des bei uns üblichen Preises, aber viele Leute können die nötigsten Dinge nicht bezahlen, weil sie keine Arbeit haben oder einen geringen Lohn.  Sowohl Arbeitslosigkeit als auch Hunger, Langeweile und den häufig daraus resultierenden Alkoholismus können wir ein wenig eindämmen durch den Kauf von Saatgut vor Ort und finanzielle Hilfe zum Bau von Zäunen (zum Schutz vor Kühen, Hunden u.s.w.) Der Ankauf von einem Teil des erzeugten Gemüses im Dorf zur Verteilung an Alte und Kranke bringt dann doppelten Nutzen. Auch die Anschaffung von Zeitschriften und Büchern über Gartenbau und Viehzucht für die gut besuchte Bibliothek sowie Finanzierung von Honorar für Vorträge über Gesundheit von Mensch und Tier werden von der Dorfbevölkerung als wertvolle Hilfe angesehen.

Die Beschaffung der erforderlichen Medizin und vorbeugende Maßnahmen wie Impfungen und Kauf von Gummihandschuhen und Spritzen für die Gesundheitsstationen sind seit Beginn der Besuche in Parnehnen Tradition.

Immer mehr konzentrieren wir uns auf Hilfe zur Ausbildung von jungen Menschen, Schulung von Erwachsenen und Erfindung von Arbeitsmöglichkeiten. Ein kleiner Anfang dabei ist die Aktion „Strümpfe stricken“ für Kinder der umliegenden Kinderheime gegen Arbeitslohn. Und auch der Test mit den Strickmaschinen ist im Januar (hoher Schnee)  etwas zögerlich angelaufen.

Aus allem Gesagten wird offensichtlich: es fehlt nicht an Kleidung, da die Vorräte nur in kleinen Portionen mitgenommen werden können; es fehlt, ich wage kaum, es zu sagen: an Geld.

Darum noch einmal der Dank an alle, die irgendwie helfen:  mit vielen klitzekleinen Geldbeträgen oder auch einigen größeren Summen (manchmal ist mir vor Schreck und Freude die Luft weggeblieben), mit zwei Händen oder guten Wünschen für die Menschen in Parnehnen.

 

Inge Zibell                                                Hoyerhagen         am  17. Februar 2004

 am  17. Februar 2004

Bericht für die Kreiszeitung, erschienen am 21.5.03

Brot für die Welt – Brötchen für Parnehnen

Parnehnen ist der alte Name für das Dorf in Ostpreußen, das nun zu Russland gehört. Eigentlich sind es drei Dörfer, die jeweils 5-6 Km voneinander entfernt liegen. Dort wohnen etwa 1000 Menschen, ungefähr die Einwohnerzahl von Hoyerhagen.

Außer den 28 Kindern des Kinderheims besuchen ca. 200 Kinder aus den umliegenden Dörfern die Schule im Ort, der heute Krasnij Jar heißt.

Für 49 „bedürftige" Kinder aus kinderreichen Familien bezahlt der Landkreis Tapiau eine tägliche warme Mahlzeit, die für viele dieser Kinder an vielen Tagen auch die einzige ist.
Außer den 28 Kindern des Kinderheims besuchen ca. 200 Kinder aus den umliegenden Dörfern die Schule im Ort, der heute Krasnij Jar heißt.
Die hungernden Kinder mit weniger als zwei Geschwistern werden jedoch nicht als bedürftig angesehen.
Für 15 hungernde Kinder hat eine Hoyerhäger Rentnerin ihre kleine „Brötchen für die Kinder" Aktion gegründet. Seit Jahren finanziert sie mit ihrer regelmäßigen monatlichen Spende für diese Kinder an 5 Tagen der Woche ein ausgewogenes Essen mit Milch oder Tee, Brötchen oder Brot und Belag oder Fleisch. Obst und hin und wieder etwas Süßes wird zusätzlich aus anderen Spenden bezahlt.



die beiden Aljoschkas
Aljoscha (rechts) ist jetzt 9 Jahre alt. Er bekam schon als Säugling Unterstützung aus Hoyerhagen und dem Landkreis Nienburg. Damals wurden er und zwei Cousinen allein von der Urgroßmutter versorgt. Nun leben seine Mutter und der Stiefvater mit ihm zusammen. Beide Erwachsenen sind intelligente sensible junge Menschen, - aber Alkoholiker, die ihren Hunger nicht überwiegend mit Brot stillen. Aljoscha´s Stiefvater hat außerdem eine ansteckende Krankheit, sodaß der Junge zusätzlich gefährdet ist, angesteckt zu werden. Er ist eins der 15 glücklichen Kinder, die in der Schule am sogenannten Buffett von Luba liebevoll verpflegt werden. Sie ergriff auch die Initiative und versorgt ebenfalls aus dem „Hoyerhäger Pott" drei kleine Kinder mit besonders leerem Magen an jedem Freitag mit einem „Fresspaket" für das Wochenende.

Aljoschas Spielkamerad (links) ist 10 Jahre alt und heißt auch Aljoscha oder „Locha". Er kann aus irgendwelchen schwer nachvollziehbaren Gründen nicht die Schule besuchen und auch nicht den weiten Weg zu den gefüllten Tellern dort machen. Während meines letzten Aufenthalts in Parnehnen im April besuchte er mich häufig, einmal brachte er sein „Frühstück" mit: eine Flasche Bier, die ihn recht vergnügt werden ließ. Ihm und einigen kleinen Kindern, die noch nicht zur Schule gehen, würde ich auch eine Brötchen- bezw. Milch-Patenschaft wünschen, die bei einem zuverlässigen Bauern ausgeführt werden könnte.


Spielgruppe von Kindern aus 3 Familien, insgesamt 27 Personen, die auch in diesem Jahr wieder Saatgut für ihre Gärten bekamen.




Spenden werden dankbar begrüßt auf dem Sonderkonto „Parnehnen", Kontonummer 400 600 300 bei der Volksbank Hoyerhagen und sind steuerlich absetzbar.

Inge Zibell

Tel. 04251/1406