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Dieses Bild gelang mir bei meiner letzten Fahrt im April nach Parnehnen in Ostpreußen kurz nach dem Grenzübergang von Polen nach Russland.

                                                                                                                                 Es Es symbolisiert sowohl diese als auch viele meiner anderen Reisen: zu Anfang sieht alles sehr bedrohlich und gefährlich aus.

Aber als das Foto entstand, lag das dicke Ende schon hinter mir; wieder hatte es (wie schon so häufig) geheißen: nasad, zurück! Es sei einfach zuviel für eine Touristin, was der Zollbeamte bei der gründlichen Kontrolle in den Bananenkisten, meinen Schränken und den Staukästen vom Wohnmobil gefunden hatte.

Als schließlich beim Verschieben des Tisches auch noch drei große Säcke mit Schuhen und die Wäscheschleuder „auftauchten“, zogen wirklich dicke Wolken auf, und es roch nach Gewitter. ) Doch wie auf meinem Foto blinzelte hier und da die Sonne durch, der gute Mann grinste manchmal so seltsam, dass ich Mühe hatte, weiterhin betrübt zu bleiben und mein flehentliches Lächeln nicht entgleisen zu lassen. Nachdem wir dreimal die Dolmetscherin und zwei weitere Zollbeamte bemüht hatten, die auch vor sich hin feixten, durfte ich weiterfahren, in das mit Neuschnee verschönte Russland. Der Himmel und meine Stimmung klarten auf.

Nach dem  Schneesturm der nächsten Nacht verbesserte sich das Wetter,  und obwohl weder im Kinderheim noch im Kulturhaus oder der Bibliothek das Problem der nicht funktionierenden Heizungen grundlegend verbessert worden war, konnte man es jetzt in allen Gebäuden ertragen. Und ich bekam das von mir angezahlte Geld für Beteiligung an der Heizung zurück. Welch ein Fest! Nun teilten wir den unerwarteten Geldsegen auf: der Club im Kulturhaus bekommt neue Lichtleitungen und Beleuchtung.  Bisher ist zweiadriges Kabel wenig glücklich auf der Holzverkleidung verlegt und endet an einigen Stellen blind bei den nicht vorhandenen Lampen. Besonders der unbeleuchtete Flur mit dem quer verlaufenden, funktionslosen Heizungsrohr wird nun durch eine Lampe „entstolpert“.

Die andere Hälfte  des Geldes durfte die Bibliothekarin für die ersten bunten modernen Bilderbücher, Jugend- und Fachbücher ausgeben. Sie wünschte sich für ihr Dorf Literatur über Aids, Drogen und die sachgemäße Versorgung von Haustieren. Da mir diese Themen schon lange am Herzen liegen, war ich sehr einverstanden, und  wir konnten nach langem vergeblichen Suchen tatsächlich Bücher zur Sexualerziehung für Jugendliche und andere gesuchte Themen finden. Die Geldspenden aus der Umgebung von Hoya, dem Kreis Nienburg, aus Loccum und dem gesamten Verbreitungsgebiet unserer beiden hiesigen Tageszeitungen erlaubten noch anderen Luxus für die Bewohner von Parnehnen/Krasnij Jar und den dazu gehörigen Dörfern mit über 1000 Einwohnern. Sogar aus Amerika kam ein 100Dollarschein angeflattert.So bekam eine lebensbedrohlich an Tuberkulose erkrankte Frau die anders nicht finanzierbaren Medikamente, und es gab 2 Blutzuckertestgeräte für Kinder mit Diabetes in verschiedenen Dörfern. Die ersten 6 Hocker für Kleinkinder im Kulturhaus waren angefertigt und bezahlt und konnten abgeliefert werden, der Tisch ist jetzt in Arbeit. In Parnehnen  werden zusätzlich zu den 49 Kindern, für die der Landkreis eine tägliche Mahlzeit finanziert, 15 bedürftige Kinder aus der Hoyerhäger „Brötchen für Parnehnen“ Aktion  „gefüttert“. ; für 14 Gesundheitsstationen im Landkreis Tapiau konnten traditionsgemäß für drei Monate Einmalspritzen und Einmalhandschuhe beschafft werden, die trotz Krankheiten wie Hepatitis, Tuberkulose und HIV den Feldscherinnen nicht zur Verfügung stehen. Ebenso ist schon Tradition, dass alle bedürftigen Familien (leider nur in Parnehnen und den anliegenden Dörfern) Saatgut für ihre Gemüsegärten bekommen. In diesem Jahr wurden an viele Blumenliebhaber auch wieder Blumensamen verteilt, die in Parnehnen für deutsche Verhältnisse spottbillig zu haben sind.

 Für die nächste Fahrt sind schon wieder einige Aktionen geplant. Am 1.6. beginnen in Parnehnen die Ferien und ein „Lager“, das auf dem Schulgelände durchgeführt wird. Dazu brauchen wir noch Bälle, Springseile, ein Fahrrad und andere Spiele für draußen. Die neue Drechselbank für den Pädagogen Walodja und die Kinder vom Kinderheim wird schon in den nächsten Tagen im Wohnmobil verstaut.

Was dazu wohl der Zoll sagen wird?




                Auch ihre Familien haben Saatgut für ihre Gärten bekommen


Rückfragen sind möglich unter Telefon 04251/1406

Spenden werden dankbar begrüßt auf dem Sonderkonto „Parnehnen“ 400600300 der Volksbank Hoyerhagen und sind steuerlich absetzbar.
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Inge Zibell